Entnahmeverbot wegen niedriger Wasserstände gilt weiterhin
Aufgrund der weiter sinkenden Wasserstände in Bächen, Flüssen und Seen wird das seit dem 27. Juni geltende Verbot, Wasser zur Bewässerung oder Beregnung aus Oberflächengewässern zu entnehmen, verschärft und vorerst bis zum 17. September 2026 verlängert. Von dem Verbot ausgenommen ist der Rhein. Das Verbot kann, je nach Wetterlage, verlängert oder vorzeitig aufgehoben werden.
Es ist damit weiterhin verboten, Wasser aus Oberflächengewässern wie Bächen, Flüssen oder Seen zu entnehmen, um beispielsweise Gärten, Sportanlagen sowie landwirtschaftliche Flächen zu bewässern oder Pools und Teiche zu füllen. Wer das Verbot missachtet, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen. Bestehende wasserrechtliche Erlaubnisse bleiben vom Verbot unberührt Das Tränken von Vieh sowie die Nutzung von Grundwasserbrunnen werden derzeit nicht eingeschränkt. Zusätzlich ist künftig das Betreten von Bächen und Flüssen durch Personen, Haus- und Nutztiere untersagt.
Nach den aktuellen Lageberichten des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg sind die Wasserstände derzeit größtenteils auf einem extrem niedrigen Niveau. Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen sind auf ausreichende Wasserführung angewiesen. Die anhaltend niedrigen Pegelstände belasten die Gewässerökologie daher erheblich. Durch die ausbleibenden anhaltenden Niederschläge, die hohen Lufttemperaturen und eine erhöhte Verdunstung sind die Pegel in den Oberflächengewässern trotz der angeordneten Einschränkungen in den vergangenen Wochen weiter gesunken. Zahlreiche oberirdische Gewässer im Landkreis weisen inzwischen sehr kritische Wasserstände auf oder haben ihre bisherigen Niedrigstwasserstände bereits unterschritten. Aufgrund der aktuellen Wetterprognosen wird erwartet, dass die Pegelstände weiter sinken und sich die kritischen Gewässerzustände weiter verschlechtern werden.
Aufgrund der niedrigen Pegel und der Hitze sind zugleich die Wassertemperaturen in den Flüssen des Landkreises nach wie vor überdurchschnittlich hoch. Aufgrund der derzeitigen erneuten Hitzewelle ist mit einem weiteren Temperaturanstieg in den Gewässern zu rechnen. Zusätzliche Wasserentnahmen würden daher die ohnehin angespannte Situation in den Gewässern weiter verschärfen.
Seit Monaten fehlt Niederschlag: Im Juli wurden bislang in Baden-Württemberg im Landesmittel nur 45 mm Niederschlag gemessen, was deutlich unter dem Monatsmittel von 91 mm liegt. Da für den restlichen Juli kein Regen prognostiziert ist, ist zu erwarten, dass auch dieser Monat erheblich zu trocken ausfallen wird. Bereits im Juni fiel mit rund 55 mm nur etwa die Hälfte des üblichen Niederschlags von 107 mm. Auch im bisherigen hydrologischen Jahr (1. November bis 31. Oktober) liegt die Niederschlagssumme deutlich unter dem langjährigen Mittel. Der geringe Niederschlag spiegelt sich inzwischen deutlich in den Abflussverhältnissen der Gewässer wider.
Bereits im vergangenen Jahr musste aufgrund der damaligen Niedrigwassersituation ein Wasserentnahmeverbot für zahlreiche Gewässer im Landkreis ausgesprochen werden. Diese Entwicklungen sind die direkten Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, der auch in Deutschland zunehmend zu längeren Trockenperioden, höheren Temperaturen und einer erhöhten Verdunstung führt. Zugleich treten Niederschläge unregelmäßiger auf und häufiger als Starkregenereignisse, die nur in begrenztem Maße das Grundwasser erreichen und schnell abfließen. Zusammen mit fehlendem Schneefall in den Wintermonaten und als Folge der damit fehlenden Schneeschmelze im Frühling sinken die Wasserstände vieler Flüsse, Bäche und Seen insbesondere in den Sommermonaten zunehmend auf kritische Werte.
Die Allgemeinverfügung und weitere Infos des Landkreises unter: www.loerrach-landkreis.de/bekanntmachungen.